Herzlich Willkommen an der Abteilung für Kardiologie!
Die Klinische Abteilung für Kardiologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin II am Allgemeinen Krankenhaus Wien bietet die gesamten Leistungen der modernen Kardiologie. Wir können Patient:innen mit komplexen Erkrankungen des Herzens spezialisiert und mit interdisziplinären Behandlungsmethoden versorgen. Im Mittelpunkt steht der herzkranke Mensch, um dessen Genesung wir uns mit all unserer Kraft und nach aktuellstem Wissen bemühen.
Univ.-Prof. Dr. Christian Hengstenberg
Leiter der klinischen Abteilung für Kardiologie
Aktuelle Publikation unserer Abteilung:
Definition and Prognosis of Mitral Regurgitation in Transthyretin Amyloid Cardiomyopathy: A Multicenter International Cohort Study
Dr. Hauptmann und Kollegen haben im Top-Journal Circulation erstmals eine quantitative Erfassung der Mitralklappeninsuffizienz (MI) bei Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie (ATTR-CM) vorgelegt. In 1.101 Patient:innen aus acht Zentren in vier Ländern wurden Vena-contracta-Breite, effektive Regurgitationsöffnungsfläche, Regurgitationsvolumen und Regurgitationsfraktion verblindet im Core-Lab der MedUni Wien vermessen; alle vier Parameter waren unabhängig mit Mortalität und Herzinsuffizienz-Hospitalisierung assoziiert. Die abgeleiteten und extern validierten Schwellenwerte liegen deutlich unter den Leitlinienwerten: Ein Regurgitationsvolumen von über 38 mL bedeutet bereits hohes Risiko, die Leitlinien setzen 45 mL an. Das daraus entwickelte Komposit-Schema stufte 21 % der Patient:innen als hochgradig ein (12–13 % nach AHA/ACC, ESC/EACTS und ASE) und blieb als einziges Schema nach Adjustierung mit beiden Endpunkten assoziiert. Die Arbeit liefert damit erstmals eine belastbare Grundlage für krankheitsspezifische MI-Kriterien in künftigen Leitlinien und für die Auswahl jener Patient:innen, die von einer Mitralklappenintervention profitieren könnten.
https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.125.079085
Prognostic Thresholds of Tricuspid Regurgitation in Transthyretin Amyloid Cardiomyopathy
In dieser internationalen Multicenter-Kohortenstudie untersuchten Dr. Hauptmann und Kollegen im Top-Journal JAMA Cardiology die prognostische Bedeutung der Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI) bei 1.124 Patient:innen mit neu diagnostizierter Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie (ATTR-CM) aus acht europäischen Zentren. Mittels Spline-Analysen wurden krankheitsspezifische quantitative Schwellenwerte abgeleitet und extern validiert. Diese lagen deutlich unter den aktuellen Leitlinien-Grenzwerten und klassifizierten nahezu dreimal so viele Patient:innen als zumindest schwer (29,7 % vs. 11,6 %). Das daraus abgeleitete vierstufige Risikomodell blieb auch nach vollständiger Adjustierung unabhängig mit Mortalität und Herzinsuffizienz-Hospitalisierung assoziiert und zeigte eine überlegene prognostische Diskrimination gegenüber etablierten Graduierungsschemata. Die Ergebnisse sprechen für eine krankheitsspezifische TI-Graduierung bei ATTR-CM und ermöglichen eine verbesserte prognostische Risikostratifizierung bereits zum Zeitpunkt der Diagnose.
https://doi.org/10.1001/jamacardio.2026.3803